Ein wesentliches Merkmal der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist die Erkenntnis des Kindes, dass sein Handeln Auswirkungen auf andere Menschen und seine Umwelt hat (Bundesbildungsministerium). Das Leben an Land (SDG 15) ist so vielfältig, es wird immer wieder für Staunen und letztendlich für Respekt bei Kindern sorgen, wenn sie Gelegenheit haben, vieles davon selbst zu erfahren und zu erforschen. Wenn Kinder die Möglichkeiten haben auszuprobieren, zu verändern, zu sammeln, zu ordnen und zu fühlen, wird ihr Lernen nachhaltig und hochwertig (SDG 4).
Die BNE-Kompetenzen, die in dieser Fortbildung gefördert werden sind an erster Stelle Handlungsorientierung und systemisches Verständnis. Nach de Haan können die Kompetenzen, die hier erlernt werden so beschreiben werden, dass offen und neue Perspektiven integrierend Wissen aufgebaut wird. Dadurch, dass das experimentelle Lernen kein richtig und falsch kennt und jede Frage ernst genommen wird, ergibt sich eine große Perspektivenvielfalt und möglicherweise eine Sensibilisierung für größere Zusammenhänge. Die pädagogische Grundhaltung des Ermöglichens fördert in erster Linie eine reiche Palette von Primärerfahrungen und das Erlangen von echten Kenntnissen im Kontrast zu trockenem Wissen. Was erlebt wird, wird in der Gruppe geteilt und zusammen mit den anderen werden Erklärungsansätze, Assoziationen und Lösungsideen gesucht und erprobt.
Die Teilnehmenden werden unter anderem in das Prinzip des „Lernens mit dem Herzen“ nach Joseph Cornell“ eingeführt. Dieses Flow Learning hat vier Stufen: Begeisterung wecken, Konzentriert wahrnehmen, unmittelbare Erfahrung und schließlich das Teilen der Erfahrung. Als Begleiter*in forschender Kinder kommt es auf eine achtsame und vielfältige Wahrnehmung des Kindes an: Worauf richtet sich seine Aufmerksamkeit, welches Interesse zeigt sich in seinem Tun? Was hilft ihm beim selbstständigen Ausprobieren und welche Fragen stellen sich ihm. Auch die Ermutigung zur Interaktion mit anderen Kindern gehört zur Begleitung eines forschenden Kindes.
Last but not least wird in der Fortbildung auf die Inner Development Goals (IDG) hingewiesen, die sozusagen von Innen her die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele (SDG) inspirieren und motivieren sollten, vielleicht sogar müssen. Denn es hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass ein "Top Down Ansatz", also ein Vorgeben von Zielen und ein Überprüfen von Kennzahlen und Benchmarks zu kurz greift. Die fünf Säulen der Inner Development Goals: Being – Thinking – Relating – Collaborating – Acting - schaffen sozusagen die inneren und basalen Voraussetzungen für eine authentische und nachhaltige Zielerreichung: Beziehung zu sich selbst, zur Natur, zur Mitwelt und konkrete, niederschwellige Handlungs- und Gelingensräume.
Mattheo Pfleger, Naturpädagoge und Sozialarbeiter
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